06.04.2017 / komba gewerkschaft/komba gewerkschaft nrw

Weltgesundheitstag: Depression als Volksleiden

© Thorben Wengert / pixelio.de
© Thorben Wengert / pixelio.de

Der diesjährige Weltgesundheitstag (7. April) steht unter dem Oberthema Depression. Immer mehr Menschen leiden unter dieser psychischen Erkrankung. Laut Depressionsatlas und Gesundheitsreports sind die Beschäftigten der Gesundheits- und Pflegebranche besonders gefährdet. Maßnahmen zur Verbesserung der dortigen Personalsituation sind ein dringender Ansatz.

Arbeiten am Limit ist für die Gesundheits- und Pflegekräfte dank voller Dienstpläne und Personalmangel längst Dauerzustand. Ein Umstand, der zu ernsthaften Erkrankungen führen kann. Eine davon ist Depression. Gesundheits- und Pflegeberufe gehören aufgrund des permanenten beruflichen Stresses zu den stark belastenden Tätigkeiten.

Einführung von Personaluntergrenzen

Eine lang gehegte gewerkschaftliche Forderung ist nicht zuletzt die Verbesserung der Personalsituation, um den Beschäftigten Entlastung zu bringen. Eine Expertenkommission aus Bund und Ländern, unter der Leitung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), hat sich im März auf die Einführung einer Pflegepersonaluntergrenze verständigt. Das Bundeskabinett beschloss diese am 5. April. Die Grenze soll in Krankenhausbereichen gelten, so heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums, „in denen dies aus Gründen der Patientensicherheit besonders notwendig ist.“

André Volmer, stellvertretender Vorsitzender des Fachbereiches Gesundheit und Pflege der komba nrw, bewertet die Ankündigung einer Untergrenze so: „Grundsätzlich ist dieser erste Schritt etwas, worauf die Beschäftigten aus der Pflege seit Jahren gewartet haben. Die Frage ist nur, wie wird das Ganze umgesetzt? Die Finanzierung ist völlig unklar. Es gibt also noch einiges zu klären.“

Bojan Hartmann, vdla-Mitglied im komba-Bundesfachbereich Gesundheit und Pflege, begrüßt die grundsätzliche Idee ebenfalls und sagt: „Unsere Forderung sollte ganz klar sein, dass es für jede Pflegestation Personaluntergrenzen geben soll. Damit eben nicht von einer `weniger pflegeintensiven´ Station Personal zu Gunsten von Intensivstationen, die profitabler sind als eine normale Bettenstation, abgezogen wird, weil diese Station keine festgelegte Personaluntergrenze hat.“

Sabine Zenger, Mitglied im Bundesfachbereich Gesundheit und Pflege, hegt die Hoffnung, „dass damit der Weg zu einer verbesserten Arbeitssituation im Bereich Pflege geebnet wurde.“

Der Fachbereich Gesundheit und Pflege der komba gewerkschaft wird dieses Thema weiter verfolgen.

Fakten zum Weltgesundheitstag

Der Weltgesundheitstag erinnert immer am 7. April an die Gründung der Weltgesundheitsorganisation im Jahre 1948 und steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. 2017 ist es Depression.

Weltweit sind rund 350 Millionen Menschen von Depressionen betroffen. Alleine in Deutschland erkranken circa acht Prozent der Bevölkerung jährlich. Bis 2020 ist die Krankheit nach Angaben der WHO das zweithäufigste Volksleiden. Nicht nur Beschäftigte aus dem Gesundheitsbereich sind gefährdet, die Krankheit greift in der gesamten Arbeitswelt um sich.

Weitere Informationen zum Weltgesundheitstag gibt es hier.

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